Entspannung durch Arbeit? 7 Wege um in den Flow Zustand zu kommen!

von Julian am 31. Juli 2013

Letzte Woche war ich nach dem Sport noch in wenig in Berlin unterwegs. In der Nähe der „Silicon Alley“ am Rosenthaler Platz machte ich gerade Bekanntschaft mit ein paar ausländischen Touristen, als mein Handy klingelte. Wer konnte das zu so später Stunde mitten unter der Woche noch sein? — Es war ein Freund, der einfach mal kurz hallo sagen wollte. Ich fragte ihn was er gerade machte, worauf er antwortete: „Ich arbeite, vergesse dabei die Zeit und ich könnte mir gerade nichts besseres vorstellen.“

Als ich heute dann auf Facebook sah‘, dass ein anderer Freund von mir gerade einen Blogartikel (Flow: 4 mögliche Zutaten für den Lebensfluss) zum Thema „Flow“ veröffentlicht hatte, da ergriff‘ mich auf einmal das Gefühl sofort auch etwas darüber schreiben zu müssen. Doch ich war noch mitten in der Arbeit an einem Kundenprojekt… sollte ich meine Arbeit dafür fallen lassen und sofort den Artikel schreiben? Am liebsten hätte ich genau das getan.

Aber nein, das konnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich beschloss‘ also diese Tätigkeit auf jetzt – die späten Abendstunden zu verlegen. Während ich beim Sport war ratterte es dann in meinem Kopf wie ein Zug der über eine alte Holzbrücke fährt… Textpassagen aus früher einmal gelesenen Büchern flackerten auf einmal vor meinem geistigen Auge auf. Ich musste mich beeilen… die Worte zu Papier bringen oder sagen wir besser: in den Computer eintippen.

warrenbuffettIch erinnerte mich an eine Textpassage, in der es um den bekannten Investor Warren Buffett ging‘. Dieser war manchmal so vertieft in seine Arbeit, dass er spät am Abend aus dem Fenster schaute und sich darüber wunderte, dass es bereits dunkel geworden war. Schon damals faszinierte mich diese Geschichte sehr. Ich stellte mir die Frage, ob ich sowas auch schonmal in meinem Leben erlebt hatte. Ich schloss‘ daraufhin meine Augen – und ja – da war etwas… ich stieg‘ tiefer in meine Erinnerung ein und erlebte die Situation ein zweites Mal.

Heute, ein paar Jahre später frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn ich jederzeit in der Lage wäre in einen solchen Zustand der „Zeitlosigkeit“ über zu wechseln. Es ist ein Zustand, in der alles mühelos ist und die Arbeit nicht als Arbeit empfunden wird, sondern als etwas Angenehmes.

Der Autor Mihaly Csikszentmihalyi umschreibt dieses Phänomen mit dem Begriff „Flow“ – es ist ein Zustand, in dem man mit der eigenen Arbeit weder unter- noch überfordert ist. Flow entsteht laut Csikszentmihalyi aber nicht nur bei der Arbeit, sondern zum Beispiel auch beim Sport. Von Flow Erlebnissen berichten Kletterer oder auch Extremsportler. Aber auch einfache Fabrikarbeiter – und das ist das besondere an diesem Phänomen – können diesen Zustand erleben. Der Autor nennt hier das Beispiel von einem Fabrikarbeiter, der sich in seinem Kopf ein Spiel ausgedacht hat. Jedes Mal wenn er seine Routinetätigkeit am Fließband ausführt, dann spielt er dieses Spiel in seinem Kopf.

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow, das Geheimnis zum Glück

Jetzt wissen wir in etwa was Flow bedeutet, doch die Frage die sich mir nun stellt und die ich viel interessanter finde, lautet: Wie kann ich diesen Zustand bewusst herbeiführen? Genau darum geht es in diesem Artikel. Im Folgenden nenne ich dir also 7 Wege um in den Flow Zustand zu kommen.

Flow während der Arbeit

Die meisten von uns müssen arbeiten, also beschäftige ich mich hier mit der Frage wie man am besten während der Arbeit in den Flow Zustand kommt.

  1. Blocke dir 2-3 Stunden für nur eine Aktivität. Während dieser Zeit lasse keine Unterbrechungen zu. Dein Handy, e-mails und alles um dich herum wird abgeschaltet. Dann fange mit der eigentlichen Arbeit an. Manchmal dauert es 10 Minuten, manchmal 30 Minuten aber spätestens dann ereilt er dich irgendwann… der Flow Zustand. Versuche dich auf nur eine Tätigkeit zu konzentrieren. Wenn eine Aufgabe dich normalerweise langweilt oder du sie ungerne machst, dann mache daraus eine Art Spiel in deinem Kopf. Wie wäre es, wenn du dir einen Timer stellst oder du versuchst diese Aufgabe so schnell oder so effizient wie möglich zu erledigen?
  2. Erinnere dich daran, dass sich harte Arbeit gut anfühlen kann.  Manchmal spielt unser Gehirn kleine Tricks mit uns. Es sagt dir vielleicht, dass harte Arbeit wehtut. Doch was wäre wenn du die Herausforderung annimmst und darauf vertraust, dass dein Kopf die Lösung für alle deine Probleme findet?
  3. Erschaffe Rituale und Anker im Zusammenhang mit dem Flow Zustand. Nachdem es dir durch Übung ein paarmal hintereinander gelungen ist den Flow Zustand bewusst herbeizuführen… führe vorher eine bestimmte Handlung aus. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass du eine Tasse grünen Tee trinkst und dich danach bewusst in den Flow Zustand bringst. Mache das ein paar Mal und irgendwann verbindet dein Kopf dein Ritual „grüner Tee“ mit „gleich geht’s los in den Flow Zustand“ – Oder du hörst ein bestimmtes Musikstück und anschließend fängst du mit deiner Arbeit an
  4. Gehe vor deinem Flow Erlebnis eine halbe Stunde spazieren oder joggen. Wenn dein Kopf voller Gedanken ist und du dich nicht mal ansatzweise konzentrieren kannst, dann gehe erstmal raus an die frische Luft. Dabei werden in deinem Kopf die Botenstoffe Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Beides sind Stimmungsaufheller. Danach wird es dir garantiert sehr viel einfacher fallen in einen Flow Zustand bei der Arbeit zu kommen
  5. Habe lieber zu niedrige Erwartungen als zu hohe Erwartungen. Mache dir vor der Arbeit klar, dass wenn du an diesem Tag nur mit einem Projekt vorankommst, du bereits viel getan hast. Wenn du zu viele Dinge auf einmal erledigen und machen willst, dann besteht die Gefahr, dass du alles und nichts machst. Am Ende des Tages hast du dann womöglich viel weniger erledigt als wenn du nur an wenigen Sachen gearbeitet hättest. Um den Flow Zustand zu erreichen empfiehlt es sich für längere Zeit nur an einer Sache zu arbeiten. Je mehr du das machst, desto mehr wirst du auch bemerken, dass du ein Projekt nach dem anderen abarbeiten kannst ohne dabei auch nur ansatzweise an Energie zu verlieren.
  6. Stelle es dir zunächst nur vor dem geistigen Auge vor. Eine sehr mächtige Möglichkeit, dich auf den Flow Zustand vorzubereiten besteht darin dich in den Flow Zustand zu begeben bevor du überhaupt im Flow bist. Doch wie ist das möglich? Schließe dafür deine Augen, atme tief und gleichmäßig und stelle dir vor deinem geistigen Auge vor, wie du konzentriert und fokussiert arbeitest. Stelle dir dabei auch vor, wie du die Zeit dabei vergisst. Um den Effekt zusätzlich zu verstärken kannst du noch folgendes tun: Suche in deinen Erinnerungen nach Momenten, in denen du so vertieft in deine Arbeit warst, dass du die Zeit dabei vergessen hast. Führe dir nach und nach all‘ die Momente vor deinem geistigen Auge vor, in denen du schonmal in diesem optimalen Zustand warst. Öffne nach etwa 5 Minuten wieder deine Augen, setz‘ dich an deine Arbeit und trage dieses Gefühl mit in die Arbeit hinein.
  7. Überlege dir eine Belohnung. Du könntest dir zum Beispiel sagen: wenn es mir heute gelingt nur während 2 oder 3 Stunden komplett im Flow zu arbeiten, dann belohne ich mich am Abend mit einem guten Film, einem Telefonat mit deinem besten Freund oder deiner besten Freundin oder was auch immer für dich eine echte Belohnung darstellt.

{ 2 Kommentare… sie unten lesen oder einen hinzufügen }

Aaron August 1, 2013 um 01:22

gefällt! mach weiter so!

vielleicht lernt man sich ja die tage mal zufällig kennen:)

greetz Aaron

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Julian August 2, 2013 um 00:58

Danke Aaron, freut‘ mich zu hören. Bis bald, Julian

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