Selbstsabotage: Sabotierst du dich – ohne es zu merken?

von Julian am 22. September 2013

Im heutigen Exklusiv-Gastbeitrag von Tim Hamer erfährst du aus seiner einzigartigen Sichtweise warum Selbstsabotage einer der häufigsten Gründe ist, warum viele Menschen ihr Leben lang „Anfänger“ bleiben und ihre Ziele NIE erreichen. Du erfährst hier auch warum das Gehirn von Natur aus so programmiert ist, gegen Veränderungen jeglicher Art anzukämpfen. Tim Hamer ist Betreiber der Seite Man Of Action. Dort gibt er praktische Tipps und Tricks rund um die Themen Selbstwertgefühl und Authenzität.

TimHamer

Tim Hamer: Es ist kaum zu glauben, wie viele Projekte ich in meinem Leben schon angefangen habe und immer aus den gleichen Gründen nicht beenden konnte. Selbstsabotage war in der Vergangenheit einer der häufigsten Gründe, warum ich immer wieder in der „Anfängerspur“ stecken blieb. Ich glaube zwei Hände würden nicht ausreichen, um zu zählen wieviele Projekte ich in der Vergangenheit schon anfing und dann doch wieder damit aufhörte.

Das war vor der Zeit, in der ich intensiv angefangen habe, an mir zu arbeiten.

Werde bewusster, lerne dich kennen!

selbstsabotage

Während der industriellen Revolution warfen französische Arbeiter ihre Holzschuhe („Sabots“) in die Dreschmaschinen, um gegen die zunehmende Verwendung von Maschinen zu protestieren. Im heutigen Artikel geht es allerdings nicht um Sabotage, sondern um die Selbstsabotage. Das Wort Sabot kommt übrigens aus dem Französischen und heißt Schuh.

Vor allem bevor ich ein Bewusstsein für mich selber, meine Gedankengänge und meine Emotionen entwickeln konnte. Weil ich nicht den geringsten Sinn dafür hatte, wie ich selber ticke und was mich bewegt, bin ich immer wieder in die gleichen Fallen getappt.

Wie sollte ich ohne diese Bewusstheit denn merken, dass ich aus Angst vor Versagen oder Zurückweisung die wirklich wichtigen Schritte in meinen Projekten nie angegangen bin? Immer wieder kam es zu Selbstsabotage.

Woher sollte ich denn wissen, dass ich aus Angst vor dem Unbekannten lieber meine Sinne mit Computerspielen und Chatten betäubt habe, anstatt meine Energie für kreative Aufgaben zu verwenden?

Aber dazu gleich mehr.

Wir alle wollen Ziele erreichen. Ob wir nun ein passives Einkommen generieren oder mehr Selbstwertgefühl aufbauen wollen.

Es spielt keine Rolle.

Wie kommt es zur Selbstsabotage?

Sofern du kein Mönch bist, der 12 Stunden am Tag in einer Höhle im chinesischen Hinterland sitzt und meditiert, strebst du irgendetwas in deinem Leben an.

Und trotz dieses Veränderungswillens bleibt doch oft vieles in deinem Leben einfach beim Alten.

Der Grund hierfür ist Selbstsabotage – oder auch Homöostase genannt

Doch woran liegt das?

Wieso rutschen wir immer wieder zurück, sobald wir eine kleine Strecke Richtung Ziel zurückgelegt haben?

Es liegt daran, dass sich dein Gehirn nicht verändern will. Sein einziges Ziel ist es, dich am Leben zu halten.

Das hat es bisher ja vorzüglich geschafft – wenn du meinen Artikel hier lesen kannst, dann nehme ich einmal an, dass du relativ lebendig bist.

Mehr will es nicht. (Dieser Effekt nennt sich Homöostase)

Es ist ihm herzlich egal, was für Wünsche und Ziele du hast und es wird zu einem richtig unangenehmen Zeitgenossen, sobald du es wirklich ernst mit Veränderung meinst. Und das ist es dann auch, was letztendlich zur Selbstsabotage führt.

Denn wer weiß ob in dieser neuen Lebensrealität dein Überleben gesichert ist.

Lieber mal nicht übertreiben, sagt es dir.

Nüchtern und bewusst betrachtet ist dein Gehirn ein kleiner Übertreiber. Natürlich wirst du weiterleben, wenn du ein passives Einkommen generiert hast und auch, wenn du mehr Selbstwertgefühl entwickelt hast.

Aber das weiß dein Gehirn nicht. Es kann nicht 100% sicher sein. Es ist nur 100% sicher, dass du momentan am Leben bist.

Deshalb stellt es sich ziemlich geschickt an und lässt kleine, böse Filmchen in deinem Kopf ablaufen um dich davon abzuhalten, einen Schritt ins Unbekannte zu unternehmen. Davon, deine Komfortzone zu verlassen.

Es redet dir die abstrusesten Konsequenzen ein und schmückt sie herrlich aus. Dann wendet sich auf einmal dein gesamtes soziales Umfeld von dir ab oder dir droht ewige Arbeitslosigkeit und ein Leben im Elend. Die Folge hiervon? Selbstsabotage.

Bilder erzeugen Gefühle

Dein Gehirn weiß, dass aus solchen Bildern und Selbstgesprächen in deinem Kopf dann sehr starke und unangenehme Gefühle entstehen, die du alles andere als gerne fühlst. Diese starken Emotionen schaffen es nun, dich so unbewusst zu bekommen, dass du deine Ziele aus den Augen verlierst und irgendwelche fadenscheinigen Gründe findest, es doch nicht zu tun – und wieder mal kommt es zur Selbstsabotage.

Womit wir wieder beim Anfang wären.

Der Unterschied zwischen Menschen, die ihre Ziele erreichen und denjenigen, die wie ich früher oft auf dem Weg steckenbleiben oder aufgeben liegt in ihrer Fähigkeit, bewusst zu bleiben wenn diese starken Emotionen auftreten.

Wenn du dich nämlich nicht von ihnen übermannen lässt und dein Handeln diktieren lässt sondern genau in diesen Situationen in der Lage bist einen Schritt zurückzutreten und zu sagen „Hey, ich weiß was ich will. Ich spüre zwar jetzt diese unangenehmen Gefühle, ich sehe die Filme in meinem Kopf ablaufen aber ich bin hier und die Gefühle sind da. Ich weiß, dass ich bei dem Versuch meine Ziele zu erreichen nicht direkt sterben werde und tue es jetzt einfach trotzdem, trotz meiner Gefühle! Tschakka.“

Durch Meditation oder einfach nur durch nicht wertendes Beobachten deiner Gedanken kannst du deine Bewusstheit prima verbessern. Und genauso verhinderst du auch effektiv die Selbstsabotage.

Beobachte deine Bilder

Höre deine Töne

Spüre deine Gefühle

Nimm alles an, was da kommt. Dann holst du einmal tief Luft und tust es trotzdem.

Eine Prima Übung

Stehe jetzt sofort auf und gehe in die Küche. Nimm ein Glas oder einen Teller in die Hand und schmeiß ihn auf den Boden. Ja, du hast richtig gehört. Schmeiß ihn hin habe ich gesagt.

STOP!

Um die Stimme, die jetzt in deinem Kopf mit dir spricht und dich davon abhalten will, den schönen Teller zu zerdeppern, geht es. Vielleicht war es gerade deine erste bewusste Begegnung mit ihr, vielleicht kennst du sie schon seit Jahren.

Du kannst die Tasse gerne heile lassen – musst du aber nicht. * Schadensersatzforderungen werden nicht akzeptiert.

Als nächstes nimmst du dir jetzt fest vor, eine Sache zu erledigen, von der du weißt, dass sie für dein Vorankommen unendlich wichtig wäre.

WIEDER STOP!

Höre auf die Stimme und mach es lieber erst morgen (Ironie).

So erkennst du, was dich wirklich abhält und kannst das Problem an der Wurzel packen.

Gib‘ der Selbstsabotage keine Chance mehr!

Schärfe deine Bewusstheit für diese Stimmen und Bilder und handle trotzdem kongruent zu deinen Werten und Zielen im Leben und du wirst dich erstens immer besser kennen- und akzeptieren lernen und zweitens alle deine Ziele fast schon im Sauseschritt erreichen.

Es erfordert etwas Übung, wird aber unfassbare Auswirkungen auf dein Leben haben.

Grüße

Tim

{ 3 Kommentare… sie unten lesen oder einen hinzufügen }

Alex September 22, 2013 um 13:19

Guter Tipp. Bin gerade massiv in so einem Dilemma. Der Ansatz ist sehr gut, nur denke ich, dass die Ursachen für Selbstsabotage noch viel tiefer liegen können.
Auf jeden Fall hilft es, bei den eigenen Gedanken anzusetzen und seine eigenen Gedanken so auszuhebeln.

Antworten

Tim September 24, 2013 um 01:03

Hey Alex,

du hast auf jeden Fall recht, die Ursachen können tiefer liegen. Jedoch konnte ich die Erfahrung machen, dass wir auch sehr tief liegende Gründe und Gedanken aufdecken und somit zum positiven verändern können 🙂

Grüße

Tim

Antworten

Christiane September 28, 2013 um 08:27

Ein beliebtes „Spielchen“ ist auch auf die Stimme der Vernunft im Kopf zu hören. Es ist ja nicht so, dass sie nichts wichtiges zu sagen hat. Die Vernunft ist ein „Bewahrer“ in dem Sinne, dass sie auf „Bewährtes“ verweist. Der Punkt ist nur zu hinterfragen, ob dies in dieser Situation und für mich so noch passend ist.
Es braucht Mut und viel Vertrauen in sich sich selbst ,um genau über diesen Schatten zu springen.

Lieber Gruß
Christiane

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