Sich selbst finden in einer verrückten Welt, so geht’s!

von Julian am 18. Januar 2014

„Sich selbst finden“ in einer Welt, die so viele Möglichkeiten zur Ablenkung bietet, ist nicht immer leicht. Jeder Mensch ist von seiner Persönlichkeit anders gestrickt – und nicht jeder sucht das Gleiche. Während die Einen eher die Stille bevorzugen, so mögen andere das laute Getummel und das Zusammensein mit anderen. Und dann gibt es noch die Menschen, die sowohl in der Stille als auch im Beisammensein mit anderen Befriedigung finden.

Bevor ich gleich ganz konkret darauf eingehe, wie man zu sich selbst finden kann – und das in einer Welt mit so vielen Möglichkeiten wie nie zuvor – lass‘ mich dir noch kurz eine Geschichte aus meinem eigenen Leben erzählen.

Das Schiff fährt ohne mich 

Ich werde heute ganz offen über etwas sprechen, was mir ehrlich gesagt nicht so leicht fällt. Die letzten drei Monate waren gleichzeitig die bewegendsten und schwersten Monate meines Lebens. Während ich diese Zeilen schreibe, befinden sich einige meiner besten Freunde auf dem atlantischen Ozean. Zwischen den Bahamas und anderen exotischen Inseln verbringen sie ihre Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff. Etwa 7.994 km entfernt von meinem Berliner Schreibtisch durchbricht ihr Kreuzer gerade die Wellen des Ozeans und bahnt sich seinen Weg durch die warmen Gewässer. Und zwar ohne mich – und das obwohl ich die Reise schon komplett bezahlt hatte. 

Doch warum sitze ich hier und schreibe diesen Artikel während meine Freunde auf dem Sonnendeck liegen, sich gegenseitig Geschichten erzählen und auf exotischen Inseln herum hopsen? Nunja, 2013 war ein ausgesprochen gutes Geschäftsjahr für mich, doch ich hatte über meinen Verhältnissen gelebt. Was nutzt es einem verhältnismäßig viel Geld zu verdienen, wenn man nicht gleichzeitig auch seine Ausgaben zu 100% im Griff hat?

Sich selbst finden: schmerzhafte Entscheidungen treffen

Auch wenn 2013 ein gutes Jahr war, so war ich nicht wirklich die ganze Zeit über bei mir selbst. Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem meine Freunde und ich zusammen saßen und uns gegenseitig Hilfestellung gaben. Jeder stand‘ auf und schilderte vor der Gruppe ein Problem, das er gerade hatte. Es fiel mir schwer, doch ich erzählte allen, dass ich über meine Verhältnisse gelebt hatte.

Die zwei für mich besten Ratschläge aus der Runde waren:

Sich selbst finden1.) Das Buch „Goodby Pleite, hello Luxus“ von Larry Winget lesen und 2.) Genau festhalten wieviel Geld ich wofür ausgebe. Innerhalb kurzer Zeit setzte ich um, was in dem Buch stand‘. Ich kündigte sämtliche nicht benötigte Abos, verkaufte Gegenstände aus meinem Haushalt, sparte jeden Cent und arbeitete so hart und so viel ich nur konnte. Zum ersten Mal seit Jahren schaute ich tatsächlich auf die Preise im Supermarkt. Heute weiß ich, dass eine Grapefruit bei Kaisers 99cent kostet, während die gleiche Grapefruit bei Aldi nur 29cent kostet. Die Umstellung fiel‘ mir nicht leicht…

…doch dann passierte etwas mit mir oder besser in mir, das ich vorher so nicht erwartet hätte…

Im eigenen Leben aufräumen = zu sich selbst finden

Durch das Sparen, Aufräumen und Entrümpeln hatte ich das Gefühl, immer mehr zu mir selbst zu finden. Ich konnte kein Geld ausgeben, also konzentrierte ich mich auf andere Dinge, allen voran meine Arbeit. Außerdem ging‘ ich viel spazieren oder beschäftigte mich mit Dingen, die eben kein Geld kosteten.

Damit mir nicht die Decke über den Kopf fiel, ging ich außerdem genau einmal pro Woche abends weg und setzte mir dabei zum Ziel, so wenig wie möglich bzw. kein Geld auszugeben. Es gelang mir fast immer und im Nachhinein waren das einige der besten Abende und Nächte meines Lebens. An anderen Tagen fiel es mir aber auch sehr schwer… ich hätte mir gerne hier oder da etwas gegönnt. Es war aber einfach nicht möglich bzw. hätte ich einfach ein viel zu schlechtes Gewissen gehabt.

Die mit Abstand schwierigste Entscheidung für mich war es schließlich die Marketers Cruise, also die Kreuzfahrt, abzusagen. Ich wusste aber, dass es die einzig richtige Entscheidung für mich war. Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben das Gefühl, der Wahrheit so stark ins Auge zu blicken. Das ganze Jahr über hatte ich mich auf diese eine Reise gefreut… und es war mir – bei all‘ dem Geld, was ich verdient hatte – nicht möglich daran teilzunehmen. Das tat weh‘ – sehr weh. 

Auf die eigene, innere Stimme hören

Wie ich schon am Anfang des Artikels erwähnt habe, möchte ich jetzt darauf eingehen wie man in einer Welt zu sich selbst finden kann, in der es bunter, chaotischer und unberechenbarer nicht zugehen könnte. An aller erster Stelle steht dabei aus meiner Sicht, dass man regelmäßig auf die eigene, innere Stimme hört. Nur leider wird diese allzu oft durch „laute Geräusche“ im Außen übertönt. Wie soll man zu sich selbst finden, wenn man nie auch mal Zeit mit sich alleine verbringt?

7 Aktivitäten, um zu sich selbst zu finden

Mit den folgenden Dingen habe ich selber schon sehr viel gute Erfahrung gemacht, wobei ich ganz ehrlich zugeben muss, dass ich schon länger keinen guten Roman gelesen habe – deshalb werde ich auch gleich wenn ich mit dem Schreiben dieses Artikel fertig bin den Roman anfangen, den ich mir die ganzen letzten Wochen schon verkniffen habe. Es folgt meine persönliche Top-Liste, die vielleicht auch dir dabei hilft zu dir selbst zu finden.

Zu sich selbst finden mit den folgenden Aktivitäten:

  • meditieren
  • einen Roman lesen
  • Yoga machen
  • Zeit mit sich alleine verbringen (ohne Fernseher 😉
  • einen Spaziergang durch die Natur machen
  • etwas tun, in dem man ganz und gar aufgeht
  • sich bewusst in den Flowzustand versetzen

Was kannst du dieses Wochenende oder diese Woche noch machen, um dir selbst wieder ein Stück näher zu kommen?

{ 1 Kommentar… ihn unten lesen oder einen hinzufügen }

Tim Januar 18, 2014 um 18:40

Hey Julian,

Ich glaube auch dass es so herum geht.

Nicht das „Glück“ in Dingen zu suchen, die käuflich zu erwerben sind – sondern in sich selbst.

Dann kann ich immer noch viel Geld machen und mir viele schöne Dinge leisten. Aber nur aus Spaß an der Freude – nicht um mich besser zu fühlen, ich kann es aber auch lassen.

Diese Entscheidungsfreiheit ist wahrer Luxus für mich, ich brauche nichts außergewöhnliches um glücklich zu sein, habe aber trotzdem die Möglichkeit, es zu kaufen.

Toller Artikel!

Gruß

Tim

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