Emotionale Intelligenz (EQ) – wie emotional intelligent bist du?

von Julian am 14. Dezember 2013

„Julian – ich glaube emotionale Intelligenz ist etwas was man entweder hat oder nicht hat – das ist etwas angeborenes!“ – so sagte mir das kürzlich ein Freund am Telefon. Ich war mir da nicht so sicher. Also recherchierte ich und las‘ sämtliche Artikel, die ich dazu in Google Deutschland und Google Amerika finden konnte.

Hier geht es also um emotionale Intelligenz und wieso sie vielleicht der wichtigste Faktor für das Vorankommen im eigenen Leben ist.

Wenn du diesen Artikel bis zu Ende liest, dann wirst du ohne dafür extra einen Test machen zu müssen, eine erste grobe Einschätzung darüber haben, wie hoch dein emotionaler Quotient (EQ) ist. Im Gegensatz zum eher statischen und weniger veränderbaren IQ ist die emotionale Intelligenz übrigens etwas, auf das man sehr wohl Einfluss nehmen kann.

Emotionale Intelligenz – Ursprung und Bedeutung

Emotionale IntelligenzIn den 90er Jahren wurde das Konzept „Emotionale Intelligenz“ durch Daniel Golemen populär. Einer der Hauptaussagen des Autors Goleman lautet: „Was nutzt einem ein hoher IQ, wenn man dafür emotional unterbelichtet durchs Leben läuft?“ – Emotional kluge Menschen erreichen nicht nur mehr im Berufsleben, sondern führen meist auch zufriedenere und glücklichere Leben. Damit rückt der Begriff der emotionalen Intelligenz ins Zentrum der Persönlichkeitsentwicklung.

Was ist emotionale Intelligenz?

Jemand, der emotional intelligent ist, erkennt die eigenen Gefühle und die Gefühle der anderen nicht nur äußerst präzise, sondern kann diese auch bewusst beeinflussen. Emotionale Intelligenz ist etwas, das einen Menschen überlebensfähig macht – aber nicht nur das: sie erlaubt dieser Person auch mehr zu erreichen als der Durchschnitt. Mit Durchschnitt meine ich dabei ein langweiliges Leben zwischen Fernseher, 8 Stunden Job und einem einzigen sich nach dem Wochenende sehnen.

Wie fühlst du dich gerade?

Menschen mit einem niedrigen emotionalen Quotienten haben oft Schwierigkeiten auf die Frage: „Was fühlst du gerade?“ zu antworten. Auch ich hatte lange Zeit meine Probleme damit. Es gab‘ Zeiten, da ging‘ es mir nicht gut und ich konnte nicht mal genau beschreiben wieso, weshalb und warum.

Einmal telefonierte ich mit einem Freund und er merkte, dass es mir nicht gut ging. Er wollte mir helfen und fragte mich deshalb, ob ich nun Trauer, Wut oder etwas anderes empfinden würde. Ich erinnere mich noch, dass es mir erstmal überhaupt nicht gelang auf seine Frage zu antworten. Erst nachdem ich mich auf das Gefühl konzentrierte und wo es sich in meinem Körper befand‘, da gelang‘ es mir mein Gefühl auch beim Namen zu nennen. Ich könnte schwören, in dem Moment wo ich das tat, da ging es mir gleich schon viel besser.

Unterdrückte Gefühle führen in die Depression

In einer Gesellschaft, in der immerzu von einem verlangt wird „gut drauf zu sein“ – gehen viele Menschen dazu über negative Gefühle auszublenden oder zu unterdrücken. Genau dieses Unterdrücken oder Nicht-wahrhaben wollen von schlechten Gefühlen führt allerdings dazu, dass auch die guten Emotionen wie Liebe oder Freude abgeschwächt werden. Letztere werden dann auch nicht (mehr) in der vollen Intensität erlebt. Wer seine Gefühle unterdrückt, setzt sich außerdem einem erhöhten Risiko aus, irgendwann in eine Depression abzurutschen.

5 Fragen, die dir verraten wie emotional intelligent du bist

Es wurden bereits eine Reihe von Tests entwickelt, mit denen man seinen persönlichen EQ bestimmen lassen kann. Wer jetzt nicht die Zeit hat, einen ganzen Test dazu zu machen, der kann sich einmal die folgenden 5 Fragen stellen. Lese die Fragen aufmerksam durch und beantworte sie anschließend so gut du kannst für dich selbst:

  • Wie sehr achtest du auf deine Gefühle? Je mehr du deine eigenen Emotionen beobachtest und verstehst, desto höher ist deine emotionale Intelligenz.
  • Wie gut kannst du verschiedene Gefühle voneinander trennen? Beispiele hierfür sind Ärger, Traurigkeit, Angst oder Freude. Je besser dir das gelingt, desto höher ist deine emotionale Intelligenz.
  • Können deine Emotionen sich schnell ändern oder bleibst du für längere Zeit in einem Gefühl stecken? Je flexibler sich deine Emotionen von einen Moment auf den anderen ändern können, desto emotional intelligenter bist du.
  • Nimmst du deine Gefühle auch mit deinem Körper wahr?  wie zB. in deinem Bauch oder deiner Brust? Je besser du in der Lage bist deine Gefühle in unterschiedlichen Körperregionen zu lokalisieren, desto höher ist dein EQ.
  • Bist du in der Lage intensive Gefühle zu erleben? Je intensiver du die Palette der Emotionen erleben kannst, desto höher ist dein EQ.

Die 4 Eigenschaften der emotionalen Intelligenz

Jeder Mensch erlebt im Laufe eines gewöhnlichen Tages eine Vielzahl unterschiedlicher Gefühle. Einige davon sind positiv, andere negativ. Ähnlich wie die Wellen auf einem Meer kommen und gehen, so verhält es sich auch mit den eigenen Gefühlen. Das Problem besteht aber häufig darin, dass sich viele Menschen gegenüber ihren eigenen Gefühlen ausgeliefert sehen. Die Folge: Das Nichtwahrhaben wollen von Gefühlen, das Verdrängen oder die Betäubung der Gefühle durch Alkohol oder Drogen.

Daniel Goleman beschreibt diesen Teil der emotionalen Intelligenz mit Selbst-Bewusstheit. Wer sich seiner selbst bewusst ist, der kennt seine eigenen Emotionen und weiß auch wie sich diese auf die eigenen Gedanken und das Verhalten auswirken. Ein erster Schritt im richtigen Umgang mit den eigenen Gefühlen besteht darin sie zu erkennen.

Dinge, die mir persönlich dabei helfen sind zB. Meditation oder Yoga. Warum? Weil man bei der Meditation die eigenen Gedanken an sich vorbeiziehen sieht. Man bewegt sich quasi aus sich selbst heraus, um sich von einer höheren Warte aus zu beobachten.

Emotionale Intelligenz zeichnet sich zweitens durch eine hohe Selbst-Management Fähigkeit aus. Das bedeutet, dass man seine impulsiven Gefühle und Verhaltensweisen kontrollieren kann.

Mit Beziehungsmanagement als vierte Eigenschaft der emotionalen Intelligenz ist schließlich gemeint, dass man weiß wie man gute Beziehungen entwickelt und pflegt. Außerdem wie man klar und deutlich kommuniziert, wie man andere inspiriert und beeinflusst und wie man gut im Team arbeitet und mit Konflikten umgeht.

Die eigene emotionale Intelligenz steigern, geht das?

Ja. Es geht. Im nächsten Teil der Serie „Emotionale Intelligenz“ geht es deshalb darum, wie man seine emotionale Intelligenz (EQ) gezielt steigert, um besser durchs Leben zu kommen und mehr Freude zu erleben.

In der Zwischenzeit empfehle ich dir das folgende Videointerview (englisch) mit David Goleman zum Thema emotionale Intelligenz. Viel Spaß!

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